Altersvorsorge für Selbständige – früh beginnen und finanziell flexibel bleiben
Altersvorsorge für Selbständige mit Weitblick: Selbständige und Unternehmer müssen viele finanzielle Entscheidungen treffen. Investitionen in den Betrieb, laufende Verpflichtungen und ausreichende Liquiditätsreserven haben dabei häufig Vorrang. Die eigene Altersvorsorge gerät deshalb nicht selten in den Hintergrund.
Dabei ist gerade für Selbständige eine frühzeitige und durchdachte Ruhestandsplanung wichtig. Denn nicht jeder Selbständige ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Und selbst wenn bereits Rentenansprüche bestehen, reichen diese möglicherweise nicht aus, um den gewünschten Lebensstandard im Alter zu finanzieren.
Eine gute Altersvorsorge für Selbständige muss deshalb zwei Anforderungen erfüllen: Sie soll langfristig Vermögen aufbauen und gleichzeitig genügend finanzielle Bewegungsfreiheit lassen.
Wie sich diese Ziele miteinander verbinden lassen, hängt wesentlich von der Auswahl des Vorsorgekonzepts und dessen Kostenstruktur ab.
Die besondere Herausforderung: Altersvorsorge trotz schwankender Einkünfte
Selbständige benötigen häufig größere finanzielle Reserven als Arbeitnehmer. Die Auftragslage kann schwanken, Kunden zahlen verspätet oder unerwartete Investitionen werden notwendig.
Eine starre Sparverpflichtung über mehrere Jahrzehnte passt deshalb nicht unbedingt zur unternehmerischen Realität.
Wer heute monatlich 500 Euro für die Altersvorsorge zurücklegen kann, möchte diesen Betrag vielleicht im nächsten Jahr auf 200 Euro reduzieren. In wirtschaftlich erfolgreichen Jahren sollen dagegen zusätzliche Einzahlungen möglich sein.
Idealerweise sollte eine Altersvorsorgelösung deshalb Folgendes ermöglichen:
- Regelmäßige Sparbeiträge erhöhen, reduzieren oder aussetzen
- Sonderzahlungen ohne neue Abschlussprovisionen leisten
- Bei Bedarf auf angespartes Kapital zugreifen
- Die Kapitalanlage jederzeit anpassen
- Kosten und Beratervergütung transparent nachvollziehen
Nicht jede Altersvorsorge bietet diese Möglichkeiten gleichermaßen. Besonders wichtig ist, dass die gewünschte Flexibilität nicht durch wirtschaftliche Nachteile bei späteren Vertragsänderungen eingeschränkt wird.
Altersvorsorge für Existenzgründer: Warum der frühe Beginn entscheidend ist
Besonders schwierig ist die Situation für Existenzgründer. In der Anfangsphase müssen sie häufig jeden verfügbaren Euro in ihr Unternehmen investieren. Gleichzeitig lässt sich kaum zuverlässig vorhersagen, wie sich Umsatz und Gewinn entwickeln werden.
Die naheliegende Entscheidung lautet deshalb oft: Mit der Altersvorsorge beginne ich, sobald mein Unternehmen wirtschaftlich stabil ist.
Doch aus einigen Jahren werden schnell zehn oder mehr. Damit geht ein wesentlicher Vorteil verloren: die Zeit.
Zeit ist einer der größten Hebel beim langfristigen Vermögensaufbau.
Das zeigt ein einfaches Rechenbeispiel:
Ein Existenzgründer beginnt mit 30 Jahren, monatlich 150 Euro anzulegen. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 6 Prozent ergibt sich bis zum 67. Lebensjahr ein Kapital von rund 225.000 Euro.
Beginnt er erst mit 40 Jahren, erreicht er unter denselben Bedingungen lediglich rund 112.000 Euro.
Der zehn Jahre frühere Beginn führt damit zu einem rechnerischen Mehrvermögen von etwa 113.000 Euro.
Modellrechnung mit monatlichen Einzahlungen am Monatsende und einer effektiven Jahresrendite von 6 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Kosten, Steuern und Inflation. Tatsächliche Renditen können abweichen.
Natürlich darf der Vermögensaufbau nicht zulasten der notwendigen betrieblichen Liquidität gehen. Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, mit kleinen Sparbeiträgen anzufangen und diese später schrittweise zu erhöhen.
Ein geeignetes Vorsorgekonzept muss diese Entwicklung ermöglichen, ohne dass jede Veränderung zusätzliche Kosten verursacht.
Warum klassische Rentenversicherungen bei Beitragsänderungen teuer werden können
Viele fondsgebundene Rentenversicherungen enthalten Abschluss- und Vertriebskosten, die anhand der ursprünglich vereinbarten Beitragssumme kalkuliert werden.
Angenommen, ein Selbständiger vereinbart eine monatliche Sparrate von 500 Euro über 30 Jahre.
Die gesamte geplante Beitragssumme beträgt 180.000 Euro.
Bei angenommenen Abschluss- und Vertriebskosten von 2,5 Prozent ergibt sich daraus ein Betrag von 4.500 Euro. Bei zahlreichen Tarifen werden diese Kosten überwiegend während der ersten Vertragsjahre mit den Beiträgen verrechnet.
Reduziert der Versicherungsnehmer später seine Beiträge erheblich oder stellt den Vertrag beitragsfrei, können bereits beträchtliche Abschlusskosten angefallen sein.
Zwar sind Beitragsreduzierungen bei vielen Versicherungen ausdrücklich erlaubt. Die wirtschaftlichen Folgen können jedoch erheblich sein.
Ob bereits verrechnete Kosten anteilig korrigiert werden, ist von den jeweiligen Vertragsbedingungen abhängig.
Ein Vertrag kann also formal flexibel sein, ohne wirtschaftlich dieselbe Flexibilität zu bieten.
Für Selbständige mit wechselnden finanziellen Möglichkeiten sollte dieser Aspekt bei der Auswahl einer Altersvorsorge besonders berücksichtigt werden.
Provisionsfreie Vorsorgekonzepte: Flexibilität ohne vorfinanzierte Abschlussprovisionen
Eine Alternative bieten fondsgebundene Altersvorsorgekonzepte ohne einkalkulierte Abschlussprovisionen.
Bei diesen sogenannten Nettotarifen wird keine Abschlussprovision auf die ursprünglich geplante Beitragssumme erhoben. Stattdessen können Beratung und Betreuung über eine gesondert vereinbarte Vergütung erfolgen.
Das schafft insbesondere bei Beitragsänderungen Vorteile.
Wer zunächst mit einem kleinen Sparbetrag beginnt und später aufstockt, muss nicht schon bei Vertragsabschluss eine langfristig hohe Sparleistung festlegen.
Umgekehrt führt eine spätere Beitragsreduzierung nicht dazu, dass zuvor kalkulierte Abschlussprovisionen für nicht mehr gezahlte Beiträge wirtschaftlich nachwirken.
Je nach Vertragsgestaltung sind darüber hinaus zusätzliche Einzahlungen, Entnahmen und Änderungen der Kapitalanlage möglich.
Damit eignen sich solche Konzepte besonders für Menschen, deren finanzielle Möglichkeiten sich im Laufe ihres Berufslebens verändern.
Transparente Vergütung: Beratung auf Basis des tatsächlichen Anlagevermögens
Ein wesentliches Merkmal der hier betrachteten Vorsorgekonzepte ist die Trennung von Produktkosten und Beratervergütung.
Anstelle einer hohen einmaligen Abschlussprovision kann eine laufende Servicegebühr vereinbart werden. Diese orientiert sich am tatsächlich vorhandenen Anlagevermögen, dem sogenannten Net Asset Value (NAV).
Ein Beispiel:
Bei einem vorhandenen Fondsvermögen von 50.000 Euro und einer vereinbarten jährlichen Servicegebühr von 1 Prozent beträgt die Beratervergütung 500 Euro im Jahr.
Steigt das Fondsvermögen, steigt auch die absolute Vergütung. Sinkt der Wert, reduziert sie sich entsprechend.
Die Vorteile dieser Vergütungsform liegen insbesondere in ihrer Nachvollziehbarkeit:
Die Vergütung wird auf Grundlage des vorhandenen Vermögens berechnet und nicht anhand einer Beitragssumme, die möglicherweise niemals vollständig eingezahlt wird.
Zugleich verschiebt sich der Schwerpunkt der Beratervergütung vom einmaligen Vertragsabschluss auf die langfristige Betreuung.
Dadurch können bestimmte Fehlanreize der klassischen Abschlussprovision reduziert werden. Allerdings ist auch eine vermögensabhängige Vergütung nicht frei von Interessenkonflikten und nicht automatisch günstiger.
Für einen fairen Vergleich müssen deshalb sämtliche laufenden Produkt-, Fonds- und Beratungskosten berücksichtigt werden.
ETF und Fonds: Welche Rolle spielt die Kapitalanlage?
Neben der Kostenstruktur ist die Auswahl der Kapitalanlagen entscheidend.
Moderne fondsgebundene Vorsorgekonzepte bieten häufig Zugang zu einer umfangreichen Auswahl von Investmentfonds und börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETF.
Mit breit gestreuten ETF lässt sich beispielsweise an der Entwicklung internationaler Aktienmärkte teilhaben. Durch ihre vergleichsweise geringen laufenden Verwaltungskosten können sie für den langfristigen Vermögensaufbau interessant sein.
Die Kapitalanlage kann dabei auf unterschiedliche Risikoprofile abgestimmt werden. Neben Aktienfonds können beispielsweise auch Anleihefonds oder andere geeignete Anlagebausteine eingesetzt werden.
Allerdings sind Wertschwankungen unvermeidbar. Eine langfristig ausgerichtete Altersvorsorge sollte deshalb nicht allein nach möglichst hohen Renditeerwartungen ausgewählt werden.
Auch der Zeitpunkt des geplanten Ruhestands, die Risikotragfähigkeit und bereits vorhandene Vermögenswerte spielen eine wichtige Rolle.
Versicherungslösung oder ETF-Depot: Was ist für Selbständige sinnvoll?
Nicht jeder Selbständige benötigt zwingend eine fondsgebundene Rentenversicherung.
Ein gewöhnliches ETF-Depot bietet ebenfalls eine große Auswahl kostengünstiger Kapitalanlagen und eine hohe Verfügbarkeit des Vermögens.
Eine fondsgebundene Versicherung kann dagegen zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Dazu zählen unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vorteile bei Fondswechseln und der späteren Auszahlung sowie die Möglichkeit einer lebenslangen Rentenzahlung.
Dafür entstehen zusätzliche Vertragskosten und es gelten die jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, welches Produkt grundsätzlich das beste ist, sondern welche Kombination aus Flexibilität, Kosten, Besteuerung und Altersversorgung zur persönlichen Situation passt.
Wird die Altersvorsorge für Selbständige künftig verpflichtend?
Die gesetzliche Absicherung von Selbständigen ist seit Jahren Gegenstand politischer Diskussionen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob bislang nicht obligatorisch abgesicherte Selbständige künftig verpflichtend für das Alter vorsorgen müssen.
Diskutiert werden sowohl Modelle mit Wahlmöglichkeiten zwischen gesetzlicher und geeigneter privater Absicherung als auch eine stärkere Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung.
Welche Regelungen letztlich beschlossen werden und für welche Personengruppen sie gelten, bleibt von der weiteren Gesetzgebung abhängig.
Bereits bestehende private Vorsorgeverträge führen dabei nicht automatisch zu einer Befreiung von möglichen künftigen gesetzlichen Verpflichtungen.
Für Selbständige ist es deshalb sinnvoll, die politische Entwicklung zu verfolgen, die eigene Ruhestandsplanung aber nicht allein davon abhängig zu machen.
Fazit: Gute Altersvorsorge für Selbständige beginnt mit einem durchdachten Konzept
Eine erfolgreiche Altersvorsorge für Selbständige muss mehr leisten, als regelmäßig Geld anzusparen.
Sie sollte finanzielle Spielräume berücksichtigen, langfristig attraktive Renditechancen eröffnen und unnötige Kosten vermeiden.
Gerade für Existenzgründer ist es wichtig, möglichst früh mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Kleine, flexible Sparbeiträge können langfristig einen erheblichen Unterschied machen.
Provisionsfreie Vorsorgekonzepte mit transparenter, vermögensabhängiger Servicevergütung bieten hierfür interessante Möglichkeiten.
Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte jedoch immer auf Grundlage einer individuellen Finanz- und Ruhestandsplanung entschieden werden.
Altersvorsorge für Selbständige individuell planen – mit LeuschnerKonzept
Bei LeuschnerKonzept stehen nicht einzelne Produkte, sondern Ihre persönlichen finanziellen Ziele im Mittelpunkt.
Dabei berücksichtige ich sowohl Ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Veränderungen, die sich im Laufe Ihrer Selbständigkeit ergeben können.
Sie möchten Ihre Altersvorsorge neu aufbauen oder vorhandene Verträge überprüfen lassen?
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch. Gemeinsam klären wir, welche Möglichkeiten für Ihre persönliche Ruhestandsplanung sinnvoll sind.

